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Kopfgesetz

Ronz on 28. Feb, 2012 — Lang: Deutsch

Kopfgesetz
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    Früher, als ich noch der Dicke war, habe ich viele der Dinge geglaubt, die mir mein Kopf eingeredet hat. Es war Kopfgesetz, die ganzen Geschichten, immer schön mitgehen und nicken. Hinterfragen oder ungläubig dreinstarren wurden mit Einsprüchen weggefegt. Der Dicke schob eine riesige Schaufel vor sich her und fegte alles beiseite, was sich ihm ansatzweise näherte. Schaufelmauer plärrt laut los und alle an und hält auf Distanz. Keiner, wirklich keiner, konnte sie erklimmen mit Gegenlaut oder Argumenten. Keiner bis auf dieses winzige zitternde Geschöpf mit dem schief-gelegten neugierigen Kopf und den großen Augen. Es nestelte ein wenig an dem Dicken herum und erkannte die dicke Mauerschaufelfassade. Und was soll ich sagen: das Biest ist einfach darüber hinweg gehopst. Zack! In den Dicken hinein und da stand er nun zwischen Schreien und sich Erklären. Dabei wollte der Zwerg nur gucken, keine Erklärungen. Der Dicke fand Gefallen an dem Kleinen, weil es so hartnäckig harmlos schien. Aber der Dicke konnte nicht hopsen. Zu schwer. Folglich konnte er mit dem Zwerg nur spielen und zusammen sein, wenn er ein Loch in seine Schaufelmauer schlug. Tat's und schlüpfte erst mal hindurch. Da erkannte das dicke Ich, der ewige Dicke, dass er gar nicht dick war. Nur gefangen. Freiwillig gefangen im Kopfgesetz. Daraufhin legte ich den Kopf neugierig schief und machte die Augen groß.

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